Wahlpflichtfach

1. Der Wahlpflichtbereich der Realschule
Ab der Klassenstufe 7 kommt für die Schülerinnen und Schüler der Realschule ein neues Kernfach hinzu. Der Wahlpflichtbereich umfasst die Fächer AES, Te und Fr (siehe unten). Die Schüler/innen werden in diesen Stunden nicht im normalen Klassenverband unterrichtet, sondern aus den bestehenden 7. Klassen werden Gruppen der Wahlpfichtschüler/innen gebildet. Im Fach Technik und MuM ist die Obergrenze durch die Anzahl der Arbeitsplätze (praktisches Arbeiten) auf 16 Schüler/innen begrenztAls fünftes Kernfach (Mathematik, Deutsch, Englisch, NWA und der Wahlpflichtbereich) hat das Wahlpflichtfach eine wichtige Bedeutung im Rahmen der Versetzungsordnung.So kann die Note „mangelhaft“ in einem Kernfach nur durch die Note „gut“ in einem anderen Kernfach ausgeglichen werden. Das trifft also auch auf die Wahlpflichtfächer zu.
Der Schüler wählt aus den Fächern des Wahlpflichtbereichs ein Fach, das grundsätzlich bis Ende der Klasse 10 zu besuchen ist.Sollte es sich zeigen, dass die Fremdsprache Französisch dem Schüler große Schwierigkeiten bereitet, kann er nach Beratung mit dem Fachlehrer und auf Antrag bei der Schulleitung nach dem ersten oder zweiten Schulhalbjahr der Klasse 6 das Fach abwählen.Das Wahlpflichtfach wird bis zum Ende der Realschule mit drei Wochenstunden unterrichtet, wobei in den Fächern AES und Te diese drei Stunden in der Regel im Block unterrichtet werden, in Französisch eher als Einzelstunden.

2. Inhalte und Ziele der Wahlpflichtfächer nach dem Bildungsplan

2.1 Französisch – Leitgedanken aus dem Bildungsplan

Die zweite Fremdsprache Französisch beginnt in Klassenstufe 6!
Als unmittelbares Grenzland zu Frankreich bietet Baden-Württemberg ideale Voraussetzungen frankophoner Ausrichtung. Die Sprache des Nachbarn zu erlernen, stellt daher einen besonderen Anreiz dar.Neben der Vermittlung fachlicher Kompetenzen ist es Aufgabe des Französischunterrichts, Schülerinnen und Schüler zu kommunikationsfähigen, offenen, toleranten und mündigen Bürgern in einem zusammenwachsenden Europa zu erziehen. Mit der Fähigkeit, eigene Sichtweisen, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Zusammen- hänge mit denen anderer Kulturen tolerant und kritisch zu vergleichen, und mit der Bereitschaft, Interesse und Verständnis für Denk- und Lebensweise, Werte und Normen und die Bedingungen der Menschen eines anderen Kulturkreises aufzubringen, erleben die Schülerinnen und Schüler einen Zuwachs an Erfahrung und Stärkung der eigenen Identität.Zentrale Aufgabe des Französischunterrichts ist die Entwicklung kommunikativer Kompetenz, insbesondere die Förderung von Sprechkompetenz, Hör- und Leseverstehenskompetenz. Lexikalische, grammatische und orthografische Kompetenz sind Teilkompetenzen und haben dienende Funktion.Wichtiger als verfügbares Wissen ist die Befähigung der Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Handeln. Auf dem Gebiet der Fremdsprache bedeutet das einerseits, Bewusstsein darüber zu erlangen, wie eine Fremdsprache erlernt wird, um den Sprachlernprozess anderer Zielsprachen zu erleichtern und zu verkürzen, und andererseits sprachliche Sicherheit und Strategien zu erwerben, die es ermöglichen, geschriebene und gesprochene Sprache zu verstehen und in der Fremdsprache intentions-, situations- und adressatengerecht mündlich und schriftlich zu reagieren.Unsere Schüler sollten die Chance nutzen, Französisch an der Realschule lernen zu können. Für einen sprachlich begabten Schüler stellt das Erlernen der französischen Sprache kein Problem dar. Die Zeugnisnoten der Klasse 6 in Englisch und Deutsch sollten daher in der Regel zumindest befriedigend sein.Natürlich ist der zeitliche Aufwand größer als im Fach Mensch und Umwelt oder Technik. Es müssen z. B. Vokabeln gelernt werden, und die Hausaufgaben sind umfangreicher als in den anderen beiden Fächern. Ein gewissenhaftes und strebsames Arbeiten ist Voraussetzung zum Erlernen der französischen Sprache.

2.2 Technik – Leitgedanken aus dem Bildungsplan
In nahezu allen Lebensbereichen sind wir heute von der Technik umgeben und betroffen.Gefordert ist also eine technische Grundbildung, die nicht auf (berufliches) Spezialwissen und Spezialkönnen abhebt, sondern die den Schülerinnen und Schülern fundamentale Einsichten und Handlungsmuster durch eine intensive Auseinandersetzung mit exemplarischen technischen Inhalten vermittelt.Inhalte aus den fünf Problem- und Handlungsfeldern der Technik.Arbeit und Produktion: Wie entsteht Technik? Wie wird Technik geplant, entwickelt und hergestellt? Welche Vorteile, Nachteile und Auswirkungen haben technische Prozesse und Systeme für Mensch und Umwelt?Information und Kommunikation: Wie können Informationen technisch übertragen werden? Was bedeutet „Verarbeiten von Daten/Informationen“? Wie können Daten technisch verarbeitet werden? Weshalb nimmt die Informations- und Kommunikationstechnik heute eine Schlüsselstellung bei der Weiterentwicklung der Technik ein? Welche Vorteile, Nachteile und Auswirkungen bringt das Übertragen und Verarbeiten von Daten/Informationen?Transport und Verkehr: Wie geschieht technisch der Transport von Menschen und Gütern? Wie kann bei weiter zunehmendem Verkehr die Mobilität von Menschen und Gütern gewährleistet werden? Wie werden/könnten Verkehrssysteme der Zukunft aussehen? Welche Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Mensch und Umwelt haben Transport und Verkehr?Versorgung und Entsorgung: Wie kann eine sozial- und umweltverträgliche Ver- und Entsorgung mit Nahrung, Rohstoffen und Energie realisiert werden? Wie können Luft, Wasser und Boden vor Verunreinigungen und Vergiftungen geschützt werden? Wie können Abfallstoffe, Müll und Reststoffe gefahrlos für Mensch und Umwelt entsorgt werden?Bauen und Wohnen: Wie wohnen wir und wie gestalten wir unser Wohnumfeld? Wie haben sich die Bedürfnisse und sozialen Gewohnheiten im Bereich Wohnen und Bauen im Laufe der Zeit verändert? Nach welchen Bedürfnissen und Gesichtspunkten gestalten wir Produktionsstätten und wie öffentliche Bauten?Dabei stehen immer Primär- und Realerfahrungen mit Technik im Mittelpunkt des handlungs- und problemorientierten Technikunterrichts.

2.3 Alltagskultur, Ernährung und Soziales (AES) – Leitgedanken aus dem Bildungsplan
Das Fach Mensch und Umwelt umfasst ausgehend vom privaten Haushalt die Themenbereiche Ernährung, Bekleidung, Wohnen, Wirtschaften, Zusammenleben in Familie und Gesellschaft.Auf natur-, gesellschafts- und kulturwissenschaftlicher Grundlage sind Sachkenntnisse zu vermitteln, Urteilsvermögen und Handlungskompetenz zu entwickeln. Dies führt den Einzelnen hin zu einer verantwortungsbewussten Lebensgestaltung unter Berücksichtigung der Wechselwirkung zur Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Gesundheits- und Umwelterziehung sind durchgängiges Unterrichtsprinzip.
Besondere Berücksichtigung erfahren die übergreifenden Bereiche Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Konsum sowie Soziales in theoretischer und praktischer Auseinandersetzung.Aufgrund der lebensumfassenden Inhalte werden individuell die Begabungen der Schülerinnen und Schüler sowohl im musisch-ästhetischen als auch im naturwissenschaftlichen Bereich erkennbar und gefördert.Der Bereich Wirtschaft thematisiert das Haushaltsmanagement im privaten Haushalt und liefert Kenntnisse, die Schülerinnen und Schüler befähigen, den eigenen Haushalt zu organisieren, kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls eine Veränderung anzubahnen.Im Bereich Ernährung steht die Planung, Bewertung und Zubereitung von bedarfsgerechter, vollwertiger und gesunder Ernährung unter Berücksichtigung des Genusswertes und des Ökologiewertes im Mittelpunkt.Im Textilbereich wird das Beziehungsgeflecht Bekleidung, Ökonomie, Ökologie und Gesundheit aufgearbeitet und in verantwortungsbewusstes Kleidungs- und Verbraucher-verhalten übergeführt. Grundlegende Fertigkeiten zur Herstellung, Gestaltung und Erhaltung von Textilien im täglichen Leben werden erprobt und beurteilt.

Zusatzbemerkung
Durch einen Erlass des Ministeriums für Kultus und Sport wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Realschüler nach erfolgreichem Besuch der Klasse 10 der Realschule auch dann in die Klasse 11 der dreijährigen beruflichen Gymnasien aufgenommen werden, wenn sie in der Realschule nur in einer Fremdsprache unterrichtet worden sind, soweit sie die sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Sie können dort eine 2. Fremdsprache in Klasse 11 beginnen, die sie über die ganze Oberstufe bis einschließlich Jahrgang 13 durchführen. Die erste Fremdsprache kann nach dem Besuch von zwei verpflichtenden Grundkursen nach Jahrgangsstufe 12 abgewählt werden. Damit ist die Fremdsprachenverpflichtung zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife erfüllt.Voraussetzungen für den Besuch der beruflichen Gymnasien.Beim Realschulabschluss muss jeweils ein Durchschnitt von mindestens "3,0" in den Fächern

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Pflichtfremdsprache


erreicht sein, wobei in jedem Fach mindestens die Note "ausreichend" nachgewiesen werden muss.

Die Pflichtfremdsprache des Realschulabschlusses bzw. des Mittleren Bildungsabschlusses muss als erste Pflichtfremdsprache im aufnehmenden Gymnasium weiter geführt werden (können).

 

3. Der Wahlpflichtbereich der Hauptschule in den Klassen 8 und 9

 

 

Natur und Technik
Wirtschaft und Informationstechnik
Gesundheit und Soziales
Allgemeines

  • Interessengeleitet konzipiert
  • handlungs- und praxisbezogener Unterricht
  • aufbauend auf überfachlichen Kompetenzen und Methoden, die in den Fächern und Fächerverbünden erworben wurden
  • 2 Wochenstunden pro Schuljahr

Aufgaben

  • Vorbereitung auf die berufliche Bildung
  • erweiterte Ausbildungsreife
  • vergrößerte Chance auf den zukünftigen beruflichen Werdegang
  • Einblicke in verschiedene Berufsfelder
  • Informationen über Anforderungsprofile, Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftschancen
  • überfachliche Kompetenzen werden an verschiedenen Lernorten altersstufengerecht weiterentwickelt

Zentrale Intentionen

  • Handlungs- und prozessorientierter Unterricht – Förderung der Selbstständigkeit
  • Zielgerichteter Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Schülerorientiertes Angebot der Themen – Bezug zum Berufsalltag – Anregungen für die eigene Lebensgestaltung
  • Einbeziehung von Experten, Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Lernen durch Realbegegnungen

Ziele

  • attraktive und moderne Themen
  • Motivation und Interesse fördern
  • berufliche oder schulische Ausbildungswahl unterstützen

Faltblätter zu den Wahlpflichtfächern in der Werkrealschule und HauptschuleIm Folgenden können drei Faltblätter zu den Wahlpflichtfächern GuS (Gesundheit und Soziales), NuT (Natur und Technik) und WuI (Wirtschaft und Informationstechnik) angeschaut und heruntergeladen werden.

 

Faltbaltt Gesundheit und Soziales (GUS)

 

Faltblatt Natur und Technik (NUT)

 

Faltbaltt Wirtschafts- und Informationstechnik (WUI)