Lesung mit dem Bürgermeister

Kinder waren begeisterte Zuhörer

 

Lesung

Renchen (m). Fester Bestandteil der Renchener Kulturtage sind sei Jahren die Lesungen von Bürgermeister Bernd Siefermann für Kinder der Grundschule. So kamen am Freitagvormittag die Erstklässler der Grimmelshausen-Grundschule und die Unterstufe der Ignaz-Heim-Schule mit ihren Klassenlehrerinnen in den Museumskeller, wo Siefermann die Geschichte "Der Rabe, der anders war" von Edith Schreiber-Wicke lebendig werden ließ.

Gleich zum Auftakt verstand es Siefermann, das Interesse der Kinder zu wecken - mit Fragen zum Namen des Museums und zum Dichter, dessen Werke hier im Mittelpunkt stehen. Von Anfang an bezog Siefermann die Kinder mit in die Lesung ein, auch passende Handpuppen hatte er zur Lesung mitgebracht. Zur Lebendigkeit trugen auch die sehr interessanten Illustrationen von Carola Holland bei, die als Präsentation gezeigt wurden. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Rabe mit knallbuntem Gefieder, der mitten zwischen lauter schwarzen Raben sitzt. Als er wie immer mit den anderen in einem Baum sitzend der Sonne beim Untergehen hilft, merkt er, daß die anderen von ihm wegrücken. Als dann auch noch ein Schuß den ganzen Schwarm vom Baum verscheucht, behauptet einer, den Schrecken hätten sie alle nur "dem auffälligen Bunten" zu verdanken. Da verbannt ihn der Oberrabe Romuald. Aber überall wird der bunte Rabe ausgegrenzt und nicht akzeptiert - von den frechen Spatzen und denängstlichen Tauben, den komischen Käuzen und arroganten Silbermöwen, immer wieder wird er verjagt. Siefermann sorgte für Bewegung, indem er die Kinder bei der Traumreise des bunten Raben zum Mitfliegen einlud - bis dieser aufwacht und feststellt, das er alles nur geträumt hat. Als der bunte Rabe von seinem Traum erzählt, meint der Oberrabe, daß so was ja auch schon tatsächlich vorgekommen sein soll. Als dann alle betroffen schweigen, setzt er aber noch hinzu: "Aber doch nicht bei uns Raben!".

Im Gespräch mit den Kindern über ihre Gefühle bei dieser Geschichte wurde rasch deutlich, dass das Problem der Ausgrenzung und des Alleinseins bekannt ist und traurig macht, über das gute Ende waren alle erleichtet. Sehr viel Spaß machte es dann, nach lustigen Details in den Illustrationen zum Buch zu suchen. Zwei Kinder dankten Siefermann mit einem Geschenk. Blumen für Siefermann und Sabine Berger hatte Rektorin Waldtraud Bär mitgebracht, verbunden mit der Bitte, diese Lesungen auch in kommenden Jahren fortzusetzen.