Den Beruf als Berufung gesehen

03.09.2019

Kollegium und Schüler der Grimmelshausenschule Renchen verabschieden Waltraud Bär in den Ruhestand

Nach 37 Jahren als Pädagogin, davon 27 Jahre als Konrektorin an der Grimmelshausenschule wurde Waltraud Bär in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Bereits am Tag zuvor nahmen die Grundschulklassen mit einer Zirkusvorstellung Abschied von ihrer „Grundschuldirektorin“.

„Es ist undenkbar und unvorstellbar, aber unsere Konrektorin verlässt uns“, betonte Rektor Ralf Meier zum Auftakt der Feier am Mittwoch vor den Ferien, die von der Bläserklasse der Grimmelshausenschule unter der Leitung von Jens Köninger eröffnet wurde. Rektor Meier hatte die dicke Personalakte von Frau Bär mitgebracht und zeigte allein schon an deren Umfang, was da seit 1980 mit ihrem Eintritt in den Schuldienst alles an Aktionen und Projekten erfolgreich durchgeführt wurde. Vor allem die enorme Fortbildungsbereitschaft stellte Ralf Meier heraus, die dazu führte, dass Waltraud Bär über eine vielfältige pädagogische Kompetenz verfügte. Mit ihren unermüdlichen Einsatz habe sie sehr viel von ihrer Zeit den Schülern und der Schule geschenkt, an der sie gelichzeitig Gastgeberin und Seele war. In seinem ersten Jahr als neuer Schulleiter habe ihm die Konrektorin mit ihrer großen Erfahrung viel Arbeit abgenommen und als seine Co-Pilotin die Grundschule sicher in den Zielflughafen gebracht. Jetzt sei die Zeit für sie gekommen, sich neuen Herausforderungen zuzuwenden. Im Hinblick auf ihre Heimatverbundenheit und Abenteuerlust überreichte Meier der scheidenden Konrektorin eine Schwarwald-Card. Wie der Rektor, so erinnerte auch Bürgermeister Siefermann an die einzigartige Zirkusvorstellung vom Vortag, die den guten Geist in der Schule eindrucksvolldeutlich machte. Die Stadt habe viel unternommen, um den Abschied der Konrektorin doch noch zu verhindern, schmunzelte er und verwies auf den Umbau der Büros zur „Residenz“ und des Pausenhofs in eine „Wohlfühloase“. Die Familie und die Enkel hätten sich aber als stärker erwiesen. „Waltraud Bär hat die Schule geprägt, unzählige Projekte, Aktionen und Kooperationen tragen ihre Handschrift“ betonte Siefermann und stellte die Schulkindbetreuung, die von ihr so früh schon ins Leben gerufen wure, dass sie als „Mutter des Horts an der Schule“ bezeichnet wurde. Sie habe ihren Beruf als Berufung gesehen, die Grundschule zu einem Aushängeschild gemacht und viel zur Wohlfühlatmosphäre beigetragen, die von allen Beteiligten geschätzt wird. Die Combo „Grimm meets Klezmer“ mit Alexandra Fischer, Florian Kurtz und Raphael Ruppert gestaltete, dann das Programm der Feier, zwischen den Beiträgen wurde Waltraud Bär mit der Überreichung der Urkunde verabschiedet. Die Grundschulkolleginnen verabschiedeten sie mit dem Lied „So schön wars mit Waltraud“, das Kollegium der Sekundarstufe mit gesungenen Wünschen unter dem Motto „wenn Waltraud erst in Rente ist“. Dann kam trotz der Hitze und der ungewöhnlichen Jahreszeit auch noch der Nikolaus. Ein Kollege, der seitvielen Jahren Anfang Dezember die Grundschulkinder beschenkt wollte aus seinem goldenen Buch vorlesen – und es waren fast nur gute Taten, die da verzeichnet waren.

„ich habe nach meiner Abordnung und auch Versetzung nach Renchen rasch gemerkt, dass ich hier meine Traumschule und mein Traumkollegium gefunden habe“, betonte Bär am Schluss der Feier, lobte das „Super-Klima“ an der Grimmelshausenschule und dankte den vielen wunderbaren Wegbegleitern, die ihr Leben bereichert haben.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Den Beruf als Berufung gesehen

Fotoserien zu der Meldung


Verabschiedung Frau Bär (03.09.2019)